Eine qualitative Untersuchung der Haltungen und Praktiken in einem Migrationsland
Patricia Aponte Rodriguez (Kolumbien)
ORCID: 0009-0006-6329-516X
Publikationsangaben
DOI
10.XXX
Publiziert
28. September 2026
Ausgabe
Heft 18 (2026)
Lizenz
CC 4.0

Abstract
Im vorliegenden Artikel werden die unterschiedlichen Positionierungen des
Bildungspersonals eines Wiener Kindergartens zur Mehrsprachigkeit rekonstruiert. Dazu wurden zwei Beobachtungen mit minimaler Teilnahme („observant as participant“) sowie drei Fokusgruppen durchgeführt und mithilfe der dokumentarischen Methode analysiert. Bei den Beobachtungen nahm die Forscherin kaum aktiv an den Aktivitäten teil, dennoch entwickelten sich spontan Interaktionen mit den Kindern, die aufgrund der Anwesenheit einer unbekannten Person in der Gruppe neugierig reagierten. Österreich ist ein Migrationsland, in dem Linguizismus – die hierarchische Bewertung von
Sprachen und sprachliche Diskriminierung – bereits in der frühen Kindheit erfahrbar ist. Die Studie untersucht, wie Pädagoginnen, Assistentinnen und Sprachförderkräfte den Gebrauch von nicht-deutschen Familiensprachen im Kindergarten bewerten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Mehrsprachigkeit nicht nur als selbstverständlich gilt, sondern auch gezielt gefördert wird. Die Familiensprachen der Kinder und des Personals sind ein zentraler Bestandteil ihrer Identität. Besonders in Eingewöhnungsphasen und spielerischen Situationen wird Mehrsprachigkeit bewusst eingesetzt, um den Kindern zu zeigen, dass ihre Sprachen wertgeschätzt werden und sprachlicher Austausch Freude bereitet.
Diese Befunde unterstreichen die Bedeutung von Kindergärten als Orte der sprachlichen Anerkennung und sozialen Integration.
Schlagwörter
Mehrsprachigkeit · Kindergarten · Linguizismus · Migration
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Zitierempfehlung
Aponte Rodriguez, Patricia (2026). Mehrsprachigkeit im Kindergarten: Perspektiven des Bildungspersonals in Wien. Eine qualitative Untersuchung der Haltungen und Praktiken in einem Migrationsland. DaF-Brücke. 18. S. 92-100. https://doi.org/…